Wahrscheinlichkeitsrechnung

Der Prof. Dr. vermutet den Schaden in seinem Erbgut, irgendwo in seinen Chromosomen soll der Fehler liegen. Dieser Fehler könnte dafür sorgen, dass die Erregungsweiterleitung stark gehemmt wird. Informationen kommen nur verzögert an. Oder gar nicht.

Ich kann mir das gut vorstellen, wie die Informationen in seinem Kopf spazieren gehen, kreuz und quer und einmal Achterbahn fahren, bis sie schließlich ankommen oder sich wie die Lemminge von der Klippe stürzen.

Der Große grinst freundlich und sabbert.

Welches dieser Chromosome beschädigt ist, wissen wir nicht. Werden wir wohl auch nicht mehr erfahren.
Alle gängigen Erbkrankheiten sind längst ausgeschlossen worden, alles weitere ginge in die Tausende und wir müssten selber zahlen. Und auch dann hätten wir nur einen Ort auf der Landkarte, auf den wir mit den Finger deuten könnten, ohne dass es jemals Konsequenzen haben würde, ohne dass wir hinreisen und diesen Ort verändern oder reparieren könnten.

Allerdings läge die Wahrscheinlichkeit, dass ein weiteres Kind von mir und meinem Exmann ebenfalls diesen Chromosomdefekt bekommt, bei 25%, fährt der Prof. Dr. fort.
Realistisch betrachtet liegen die Chancen, mit meinem Exmann ein weiteres Kind zeugen zu wollen, bei unter 1%.

Trotzdem sehen wir uns an und ich bin sicher, dass wir gerade dasselbe denken.
Gut, dass wir das alles noch nicht wussten, als ich zum zweiten Mal schwanger wurde.

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