YouTube

Ich hab so meine Zeit gebraucht, um mit dir warm zu werden.
Vor vier, fünf Jahren habe ich YouTube höchstens genutzt, um mir das ein oder andere Musikvideo anzusehen oder ein „How to“-Clip über die richtige Vorgehensweise beim Umbau meines Autokindersitzes.
YouTube war aus meiner Sicht eher was für Kinder und Jugendliche, zumal ich Influencer bis heute für eine neumodische Krankheit halte.
Aber dann entdeckte ich ein paar Formate wieder, die sich vom Fernsehen verabschiedet und nun auf dieser Plattform etabliert hatten.

Allen voran: „Walulis“. Früher als „Walulis sieht fern“ bekannt und vor allem auf TV-Formate bezogen, die Philipp Walulis nebst Team unter die Lupe nahm und persiflierte. Heute sendet er zwei Clips die Woche meist zu Themen, die im Internet gerade heiß diskutiert werden.
Dass sein Humor bisweilen ein wenig „experimentell“ daherkommt, nehme ich ihm nicht übel.

 

Rocket Beans TV

Ein ganzer 24-Stunden-Kanal ist hier aus vier ehemaligen Giga-Moderatoren entstanden und versorgt seine Zuschauer mit Games, Filmbesprechungen und sonstiger Unterhaltung.
Simon, Nils, Etienne und Budi (und ihr großes Team) überzeugen immer wieder durch grandiosen Humor, Offenheit für Diskussion und mit viel Kreativität, oftmals in Form von kleinen, anarchistischen Improvisationen.
Der Sender mit ca. 100 Mitarbeitern finanziert sich durch ausgewählte Werbepartner und Spenden von Fans, größtes Ziel dabei ist die eigene Unabhängigkeit zu bewahren.
Fantastisch sind auch die von Hauke Gerdes geschriebenen Pen& Paper Abenteuer, die durch die vier leidenschaftlichen Moderatoren auch gerne mal aus dem Ruder laufen …

 

 

Ich selbst war schon immer jemand, der anderen gern beim Zocken zugesehen hat, vor allem, wenn das Spiel eine solide Geschichte bot. Heute gibt es immer mehr solcher Games, die vor allem durch das Storytelling bestechen, aber auch die audiovisuelles Umsetzung dieser Spiele weiß inzwischen zu überzeugen.
So hat Leander Haußmann in der Zeitschrift „ZeitWissen“ zum Beispiel ein leidenschaftliches Plädoyer für das Cowboy-Spiel Red Dead Redemption geschrieben.
Mich persönlich hat zuletzt das Spiel „Detroit Become Human“ in seinen Bann gezogen, ein Spiel, das seinen Reiz durch die vielen unterschiedlichen Handlungsverläufe bezieht, für die man sich bewusst oder unbewusst durch die Auswahl seiner Aktionen entscheiden kann. Der Spieler betrachtet die Geschichte also nicht als stiller Beobachter, sondern wird aktiver Part der Geschichte und taucht in den Charakter ein.

 

 

Die Filmanalyse
Wolfgang M. Schmitt besitzt keine Jeans und keine kurze Hose. Und das glaube ich ihm auf’s Wort.
Was der Literaturwissenschaftler und Filmkritiker zu sagen hat, fasziniert mich immer wieder durch Wortgewandtheit, Wissen und die Perspektive, die er bei seinen Besprechungen einnimmt.
Oftmals entlarvt er Filme als „neoliberalen Schwachsinn“, zitiert Slavoj Zizek und kritisiert den verborgenen Kapitalismus. Obwohl ich ihm eine gewisse Polemik nicht absprechen kann, empfinde ich seine Beiträge doch als sehr bereichernd.
Gerne ist er auch Gast beim Rocket Beans Format „Kino+“.

 

 

Das Kliemannsland

Fynn Kliemann ist Musiker, Bastler und Macher. Das Kliemannsland ist ein alter Bauernhof, den Fynn mit seinem Team zu einem Refugium für Künstler und Freigeister machen will.
Bei seinen diversen Basteleien zeigt Fynn sich mal mehr mal weniger geschickt, auf jeden Fall aber kreativ.

 

 

Zu MaiLab und Tilo Jung schreibe ich an dieser Stelle nichts weiter, spreche nur eine absolute Empfehlung aus und verweise auf den zuletzt veröffentlichten Beitrag.

 

Dann gibt es da noch STRG_F,
ein Team aus Journalisten, das Themen unterschiedlichster Gebiete beackert.
Spannend finde ich insbesondere das Video über die Spendensammler von WWF & co.

 

 

Oder die Sache mit den leerstehenden Wohnungen in Hamburg.

 

Zuletzt noch ein Hinweis auf den Kanal von Neomagazin Royale,
der uns mit Zusatzinhalten zur Sendung versorgt.
Ich liebe diesen Humor.

 

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